„Tief im Westen…“ ist ja die Hymne von Bochum und so war es nicht verwunderlich, dass der Song von Herbert Grönemeyer auch in der Halle bei der Erwärmung lief.
Eine bunte Mischung aus 24 Neulingen, Wiedereinsteigern und erfahrenen Brandenburger Judoka freute sich am vergangenen Wochenende auf die Deutschen Meisterschaften der Ü30 und der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Ü30. Betreut wurden sie von Henning Sudau, Romina Kucharski und Victor Semenko.
Gerade diese Meisterschaften sind ein Treffpunkt der einzelnen Generationen, ein Wiedersehen mit Wegbegleitern, alten und neuen Gegnern und vor allem Freundschaften, die seit Jahren bestehen. Auf der Matte die sogenannte „Feindschaft“ und danach das gemütliche Beisammensein mit Grillwurst und Bierchen oder die gemeinsamen Abende in einer Gastwirtschaft.
Doch davor kommt die Kür und als Brandenburgischer Judo-Verband gelang Platz 5 im Medaillenspiegel der Landesverbände. Insgesamt gewinnen die Athleten vier Meistertitel, fünf Silber- und vier Bronzemedaillen. Fünf fünfte und drei siebte Plätze runden das Ergebnis am Samstag bei den Einzelmeisterschaften ab. Der JSV Bernau hatte dabei scheinbar den goldigsten Tag, denn die beiden Starter Rainer Prüfig und Sebastian Hesse holten gleich mit jeweils vier Siegen Gold. Bei den Frauen gelang Anke Heidrich vom Hennigsdorfer JV der große Wurf und Robert Kenzler vom SV Motor Babelsberg ließ ebenfalls mit vier Siegen alle Gegner hinter sich.
Hier sind alle Platzierungen:
Deutsche Meister:
- Anke Heidrich, Hennigsdorfer JV – F6 -63kg
- Sebastian Hesse, JSV Bernau – M3 +100kg
- Robert Kenzler, SV Motor Babelsberg – M4 -90kg
- Rainer Prüfig, JSV Bernau – M8 -90kg
Vizedeutsche Meister:
- Christin Kubatzki, SV Motor Babelsberg – F2 -78kg
- Simone Glenz, Hennigsdorfer JV – F4 -63kg
- Marcel Boldt, JC Eberswalder – M4 +100kg
- René Vieck, JV Königs Wusterhausen – M6 -90kg
- Edwin Ebermann, Rathenower JC – M9 -81kg
Bronzemedaille:
- Stefanie Neu, JV Königs Wusterhausen – F4 -63kg
- Juliane Gleboczyk, Prenzlauer JV – F4 -70kg
- Fabian Bindczus, SV Motor Babelsberg – M2 -100kg
- Ronny Maerker, JC Eberswalde – M7 -66kg
Fünfte Plätze:
- Lisa Marie Walz – F1 -63 kg
- Franziska Walther – F2 -57 kg
- Carl Pönisch – M2 -66 kg
- Clemens Pfütz – M5 -81 kg
- Steffen Huth – M6 -81 kg
Siebte Plätze:
- Stefan Brenger – M3 -66 kg
- Jan Wegner – M3 -81 kg
- Jörg Frischmann – M4 -100 kg
Neunte Plätze:
- Olaf Eichhorn – M3 -90 kg
- Krysztof Ostrowski – M3 -90 kg
- Tobias Fetzer – M3 -100 kg
Viele Brandenburger trafen sich mit einigen anderen Judokas am Abend gemeinsam im österreichischen Restaurant „Franz Ferdinand“. Grund zum Feiern gab es ja reichlich, dennoch war allen nicht wirklich zum Feiern zumute.
Im Nachmittagsblock kam es zu einem Unglücksfall. Freudestrahlend kam Stefan Mecklenburg aus Mecklenburg-Vorpommern siegreich von der Matte. Auf dem Weg zum Luftholen brach er zusammen und konnte trotz sofortiger medizinischer Maßnahmen nicht gerettet werden. Gerade für die älteren Brandenburger, die durch die Nordost-Gruppe auch immer einen engen Kontakt nach Mecklenburg pflegen, ein trauriges Ereignis, das die Freude am Abend trübte und auch den Sonntag zu einem etwas anderen Wettkampf machte.
Man konnte die Ereignisse teilweise in den Augen der Sportler sehen und auch wie sie kämpften. Mit zwei Mannschaften traten unsere Brandenburger an. Einem Team der Ü45 das sich mit drei Siegen gegen den Judo-Verband Pfalz, Judo-Verband Berlin und dem Bayrischem Judoverband und einer knappen 2:3 Niederlage gegen das Team aus Nordrhein-Westfalen die Silbermedaille holte.
Vor der Siegerehrung der Älteren und dem zweiten Block für die Ü30-Mannschaften wurden die Sportler alle auf die Matte gebeten. Der Ü30-Referent Olaf Lange berichtete von den Ereignissen am Samstag, würdigte das Engagement von Stefan Mecklenburg und initiierte etwas ganz Besonderes. Statt einer Schweigeminute bat er alle in der Halle um eine volle Minute stehenden Beifall für ihn. Ein beeindruckendes Bild, das verdeutlicht, wie stark der Zusammenhalt bei den Veteranen auch in schwierigen Situationen ist.
Etliche Sportler, die Stefan kannten, kämpften im Anschluss mit ihren Emotionen, zeigten aber im Sinne von Stefan den Teamgeist für unseren Sport und kamen auf die Matte, auch wenn es sichtlich schwerfiel.
Für die Brandenburger Ü30 Mannschaft gab es im ersten Kampf eine knappe 2:3 Niederlage gegen die Mannschaft Nordrhein-Westfalen 1. In der Trostrunde war auch der Bayrische Landesverband an diesem Tag zu stark und somit wurde es am Ende der 9. Platz.




