Kampfrichterin Malina Becker in Kanada

Ein Jahr Kanada – Judo und Kampfrichten zwischen Schnee, weiten Wegen und großen Turnieren.

Am 12. November hieß es für die 18-jährige Malina Becker Koffer packen und „über den Teich“. Für ein Jahr ist sie nun als Au-pair in Kanada und wohnt in Fort McMurray in Alberta. Dort wollte sie nicht nur in einer neuen Familie ankommen, sondern auch das fortsetzen, was sie Zuhause seit Jahren prägt: Judo – auf und neben der Matte.

„Malina ist Trägerin des 1. Dan, Mitglied bei Samura Oranienburg und in Deutschland bereits als Kampfrichterin mit Landeslizenz aktiv und sie hat eine klare Perspektive Richtung Bundes-B-Lizenz“, sagt der Gruppen-Kampfrichterreferent Nord-Ost, René Ressler. In Kanada stellt sie sich nun der Herausforderung, Training, Coaching und Kampfrichtertätigkeit unter ganz neuen Bedingungen zu verbinden.

Ankommen in Fort McMurray – und sofort Anschluss im Verein

Fort McMurray ist bekannt für lange Winter, viel Schnee und große Distanzen. Die Stadt liegt im Norden der kanadischen Provinz Alberta und ist vor allem durch die umliegende Öl- und Gasindustrie bekannt. Gleichzeitig beginnt direkt vor der Haustür die weite Landschaft des Nordens – viel Natur, viel Weite, und im Alltag oft deutlich längere Wege als in Deutschland. Das Klima ist geprägt von langen, kalten Monaten. Malina Becker erlebte einen der schneereichsten Dezember der letzten 15 Jahre, und vor Ort heißt es, dass der Winter sich bis März oder April ziehen kann.

Sportlich fand sie dennoch schnell eine neue Heimat: In Fort McMurray gibt es zwei Judovereine und sie konnte sich rasch einbringen. Heute steht sie dort dreimal pro Woche als Coach mit auf der Matte und unterstützt vor allem das Kindertraining. Aus dem „neu Ankommen“ wurde in kurzer Zeit ein fester Platz im Trainingsalltag – und ein Umfeld, in dem sie Judo wirklich weiterleben kann.

 

 

Turniere in Kanada: weit weg – und trotzdem mittendrin

Wer in Kanada Wettkampfluft schnuppern will, braucht vor allem eines: Reisebereitschaft. Malina beschreibt es sehr klar: Kein Turnier ist unter vier Stunden Autofahrt zu erreichen – oft bedeutet das, mit Übernachtung zu planen.

Trotz der Entfernungen bleibt sie dran: Als Kämpferin möchte sie im Verlauf ihres Kanada-Jahres wieder selbst auf die Matte gehen – und als Kampfrichterin sammelt sie vor Ort wertvolle Erfahrungen und Kontakte.

Alberta Winter Games: „Mini-Olympia“ für Alberta – Malina Becker als Coach dabei

Ein besonderes Highlight in ihrem Kanada-Jahr waren die Alberta Winter Games – von ihr treffend als „praktisch Mini-Olympia für die Province Alberta“ beschrieben. Dort begleitete sie das Team als Coach und unterstützte die Athleten am Mattenrand.

 

 

Auch bei kleineren Wettkämpfen ist sie aktiv: Beim EYJS (ein Einsteigerturnier) ging es vor allem darum, Wettkampferfahrung zu sammeln, ohne dass die jüngeren Athleten gleich „verkloppt“ werden – ein Format, das für den Nachwuchs einen idealen Einstieg bietet.

Rocky Mountain Tournament in Calgary:
Kampfrichter-Debüt in Kanada – und gleich anerkannt

Das Rocky Mountain Tournament in Calgary ist ihr erster Einsatz als Kampfrichterin in Kanada. Schon die Anreise zeigt, was dort „normal“ ist: acht Stunden Autofahrt und zwei Übernachtungen.

 

 

Sportlich wurde es dafür umso erfolgreicher: Beim Turnier wurde ihr die Provincial-A-Lizenz anerkannt – die höchste provinzielle Lizenzstufe. Zusätzlich bekam sie starkes Feedback aus dem internationalen Umfeld. Selbst die IJF-Kampfrichter bestätigten ihr die Anerkennung auf höchstem provinzialem Niveau. Sogar eine nationale Lizenz wäre grundsätzlich möglich – dafür wäre jedoch die kanadische Staatsbürgerschaft Voraussetzung. Die Kampfrichterkollegen waren sehr zufrieden – so sehr, dass man sogar versuchte, sie dauerhaft anzuwerben.

Ein starkes Zeichen: Qualität setzt sich durch – auch auf einem neuen Kontinent.

 

 

Winter in Fort McMurray: „Alles, was man sieht, ist Schnee“

Malina Becker fasst ihren Alltag im Norden Albertas trocken zusammen: „Es ist kalt 😅“ – und vor allem: Schnee, Schnee, Schnee. „Alles was man sieht ist Schnee“: Diese kurze Beschreibung passt perfekt zu dem, was ihr Kanada-Jahr auch abseits der Matte prägt – und was Training, Reisen und Turnierplanung zu einem echten Abenteuer machen.

 

 

Rückkehr im Oktober – und direkt wieder im Einsatz

Malina Becker kommt Anfang Oktober wieder nach Deutschland zurück – und wird dann sofort wieder im Judo unterwegs sein: Bei den Potsdam Open wird sie als Kampfrichterin unterstützen. Ein schöner Beleg dafür, wie konsequent sie ihren Weg weitergeht – und wie sehr sie ihre Erfahrungen aus Kanada zurück in die deutsche Judo-Community einbringen will.

„Wir wünschen Malina weiterhin eine großartige Zeit in Alberta, viele gute Einheiten als Coach, erfolgreiche Einsätze als Kampfrichterin – und eine sichere Heimreise im Herbst!“, gibt ihr René Ressler alle guten Wünsche mit auf den Weg.

Achtung

Termine:
* 18.04. Workshop Pressearbeit in Babelsberg
* Meldeschluss Frauen-Landesliga: 30.04.2026

Ehrungen:
Nächster Termin für Anträge auf Auszeichnung ist der 31.07.2026 für die nächste Sitzung des Ehrenrates am 27.08.2026

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