Manchmal entstehen die besten Ideen genau dann, wenn eigentlich schon Feierabend ist. Nach einem langen Wettkampftag bei den Copenhagen Open saßen Landesstützpunkttrainerin Christin Scharlach, Trainer Eric Rinkes und der Trainer der Außenstelle Jüterbog, Stefan Winkler, noch gemütlich zusammen. Zwischen Gesprächen über Kämpfe, Techniken und den üblichen „Das müssten wir eigentlich mal machen…“-Sätzen wurde plötzlich aus einer Idee ein echter Plan.
Die Vision war schnell geboren: Ein Trainingslager, bei dem es ausnahmsweise nicht um Gürtelprüfungen, Wettkampfdruck oder Medaillen geht – sondern ausschließlich um Technik. Technik verstehen, Technik fühlen und Technik so oft trainieren, bis sie irgendwann ganz automatisch sitzt.
Und genau diese Idee wurde am Himmelfahrts-Wochenende Wirklichkeit.
Beim ersten Technik-Trainingslager des FSV Viktoria Brandenburg wurde geschwitzt, gezogen, geworfen und unzählige Male wiederholt. Drei intensive Trainingseinheiten pro Tag verlangten den Judoka alles ab. Spätestens nach der zweiten Einheit wussten viele nicht mehr, ob der Muskelkater vom O-soto-gari, von Uchi-komi oder einfach vom Aufstehen kam.
Doch trotz schmerzender Arme und müder Beine war die Stimmung überragend. Denn neben all der Anstrengung kam auch der Spaß nicht zu kurz. Abends spielten alle gemeinsam Volleyball, grillten, hörten Musik und schauten Filme. Und wenn man die Judoka gefragt hätte, welches Wort an diesem verlängerten Wochenende am beliebtesten war, hätte die Antwort wahrscheinlich einstimmig gelautet: „Mittagsschlaf!“
Besonders beeindruckend war der Ehrgeiz aller Teilnehmer. Sie übten die Techniken immer wieder, verbesserten und analysierten. Genau das machte dieses Trainingslager so besonders: Kein Zeitdruck, keine Prüfung – einfach die Möglichkeit, sich voll und ganz auf die Entwicklung im Judo zu konzentrieren.
„Ein großes Dankeschön geht vor allem an unsere Küchenfee und Allrounderin Gabi, die gefühlt gleichzeitig gekocht, organisiert und motiviert hat. Ebenso geht ein riesiger Dank an alle Helferinnen und Helfer, die dies möglich gemacht haben“, sagt Christin Scharlach.
Nach den vielen positiven Rückmeldungen, strahlenden Gesichtern und gleichzeitig leicht schmerzverzerrten Bewegungen steht fest: Das nächste Technik-Trainingslager ist bereits in Planung.
Denn manchmal entstehen aus ein paar Worten eben doch ganz große Ideen.


