Fünf Goldmedaillen für Brandenburger in Finnland

Fast zeitgleich mit den European Games fanden im finnischen Tampere die European Master Games statt. Franziska Walter, Katja Jank, Anke Heidrich, Simone Glenz und Henning Sudau gewannen Gold.

Im finnischen Tampere fanden vom 26.06.2023- 09.07.2023 die European Master Games statt. An dieser internationalen Multisportveranstaltung, die nur aller vier Jahre stattfindet, nahmen mehr als 7500 Athleten aus 77 Ländern teil und ermittelten in über 30 Sportarten die Sieger der Ü30-Athleten.

Unter den Teilnehmern waren auch fünf Sportler aus Brandenburg. Vom Hennigsdorfer Judoverein starten Anke Heidrich in der AK F5, Simone Glenz in der AK F4, Katja Jank in der AK F3 und Franziska Walter in der AK F2. Henning Sudau vom KSC Asahi Spremberg komplettierte die Brandenburger in der AK M5.

Dieses Turnier hatte ein besonderes Flair, es geht um mehr als nur Sport. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit und die Förderung des kulturellen Austauschs, verbunden mit Gala-Abenden und vielen Veranstaltungen abseits des Sports, machten es zu einem einzigartigen Erlebnis.

Es fing bereits beim Wiegen der Sportler an, denn das Judo-Dojo in Tampere befand sich in einer alten Bunkeranlage aus vergangenen Zeiten. Beim Betreten der Anlage dachte mit Sicherheit jeder Sportler an eine Museumsführung, aber es war ein super ausgebautes Zentrum für die verschiedenen Sportarten.

Einen Tag später fanden die Kämpfe der Frauen aller Altersklassen und die der Männer AK M5-M10 in den Neuen Messehallen von Tampere statt.

Die Medaillen wurden in jeder Alters- und Gewichtsklasse vergeben. Nachdem alle unsere Starter eine Goldmedaille erkämpft hatten, wurde es noch einmal spannend.

Um allen Startern möglichst viele Kämpfe zu ermöglichen, wurden teilweise Alters- und Gewichtsklassen kombiniert. Dabei kam es auch zu verlorenen Kämpfen, die aber nicht in die Wertung eingingen. Bei diesem Wettbewerb ging es überwiegend um den Spaß. 

Franziska Walter (F2 -57 kg) kämpfte Best-of-three gegen Loredana Lari aus Finnland aus der nächsthöheren Altersklasse. Die Kämpfe waren sehr ausgeglichen, doch hatte die Finnin am Ende die Nase vorn.

Katja Jank (F3- 63 kg) gewann mit zwei tollen Waza-ari-Wertungen den Kampf gegen Daniela Kortmann aus Deutschland. Nur gegen die junge Britin Katrina Geary musste sie sich kurz vor Kampfende geschlagen geben.

Anke Heidrich (F5 -63 kg) nahm die Herausforderung an, um ihr gestiegenes Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen und trat bei den Frauen F3/F4 – 70 kg an. Damit traf sie auf Vereinskameradin und Freundin Simone Glenz. Beide kennen sich sehr lange und lieferten sich einen tollen Kampf, den Simone Glenzam Ende für sich entschied. Gegen die Französin Delphine Roland aus Frankreich setzte Anke Heidrich geschickt ihren Griff durch und zeigte tolle Technikansätze. Sie stellte damit ihr gestiegenes Leistungsvermögen auch gegen jüngere, schwerere Kämpferinnen unter Beweis. Allerdings brachte die Französin einmal ihre Technik durch, wodurch unsere Athletin in Rückstand geriet, den sie bis zum Ende des Kampfes nicht mehr aufholen konnte.

Simone Glenz (F4-70 kg) gewann alle ihre Begegnung. Nach dem Sieg gegen Vereinskameradin Anke Heidrich kämpfte sie ebenfalls gegen Delphine Roland aus Frankreich.

Bei der letzten Weltmeisterschaft ist sie auf einen Konter der Französin gelaufen und hat verloren. Das sollte ihr nicht noch einmal passieren. Deshalb hat sie taktisch sehr klug geduldig auf einen Fehler gewartet und die Französin dann im Boden mit einer starken Festhalte besiegt. Damit sicherte sie sich überlegen den Sieg.

Henning Sudau (M5 -81 kg) hatte mit vier Kämpfen ordentlich zu tun. Er gewann drei seiner Kämpfe vorzeitig mit Ippon durch sehenswerte Techniken. Nur gegen den Finnen Pasi Lauren, mehrfacher Finnischer Meister und Olympiastarter 1996 in Atlanta, hatte er dann das Nachsehen.

Es war eine erfolgreicher und verletzungsfreier Wettkampftag für alle Starter an diesem Tag.

Die EMG 2023 in Tampere waren ein großartiger sportlicher Wettbewerb und ein Festival zugleich. Eine fantastische Organisation und die stressfreie Durchführung der Wettkampfveranstaltungen machen Lust auf eine Wiederteilnahme in vier Jahren.  Die nächsten Open Masters finden 2027 in Italien statt

Die Umgebung von Tampere, vor allem die weißen Nächte, in denen gefühlt die Sonne nie untergeht, bot eine besondere Atmosphäre. „Wir trafen uns um 22:30 Uhr bei Sonnenschein am Seeufer zum Baden und Party machen mit Freunden und Einheimischen zum Ausklang des Tages“, beschreibt Anke Heidrich die gute Stimmung in Tampere.  

„Sportliche Freundschaften und die Leidenschaft zum Judo haben uns wiedermal eine wundervolle Zeit geschenkt!“

Text: Anke Heidrich/BA

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