Weils so schön war!

Die EM U23 ist nun bereits seit zwei Wochen Geschichte. Dennoch sollen hier noch einmal Verantwortliche und Judoka zu Wort kommen.

Eine stimmungsvolle, gut organisierte und erfolgreiche Europameisterschaft U23 hat sowohl bei den Athleten als auch Besuchern Gänsehautfeeling hinterlassen. An allen Wettkampftagen trug das Publikum die Athleten durch die Kämpfe. Die Halle glich einem Hexenkessel – vor allem zu den Team-Wettkämpfen. Mit Gold für Samira Bock im Einzel und im Mixed-Team-Wettbewerb, Silber für Raffaela Igl sowie Bronze für Friederike Stolze und Kilian Kappelmeier, der zugleich die 100. Medaille für Deutschland seit der Einführung der EMU23 im Jahr 2004 erkämpfte, feierte das deutsche Team insgesamt fünf Medaillen.

Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren, Helfer und Mitstreiter gibt

Thomas Schynol, Präsident Deutscher Judo-Bund:

„Es ist eine grandiose Veranstaltung auf höchstem Niveau. Ich bin so stolz, nach 20 Jahren so eine Meisterschaft auf solch einem Niveau auszurichten. Es ist eine unglaubliche Atmosphäre in der Halle. Mein Dankeschön geht an alle Helfer, an die Stadt Potsdam und das Land Brandenburg. Es war eine tolle Zusammenarbeit mit der EJU-Familie. Wir haben uns als gute Gastgeber präsentiert und können sehr stolz auf uns sein.“

 

Thomas Schynol und Otto Kneitinger – Foto: Carlos Fereira

Hier noch einige Stimmen aus der Halle von den Trainern und Athleten nach den Team-Wettkämpfen:

Mario Schendel, U23-Nationaltrainer der Frauen:

„Ich habe es schon am Donnerstag gesagt. Auch wenn wir nicht die Spitzenmannschaft haben, wir wollen unbedingt Gold gewinnen. 2022 haben wir im Finale mit 1:4 gegen die Türkei verloren. Wir haben uns geschworen, dass das in der MSB-Arena niemals wieder passieren darf. Es ist einfach unglaublich, was heute passiert ist. Wir hätten in jeder Runde ausscheiden können. Der Wille, die innere Atmosphäre, das gegenseitige Drängen … So etwas habe ich noch nie erlebt. Jetzt freue ich mich einfach nur für das ganze Team!“

Sebastian Seidl, U23-Nationaltrainer der U23-Männer:

„Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Als wir in der ersten Runde 0:2 zurücklagen, sah es nicht gut aus. Wir hatten viele Absagen. Dieses Team ist auf dem Papier definitiv nicht unser stärkstes Team. Aber es ist das Team mit dem größten Kampfgeist, der besten Teamarbeit. Sie gaben nie auf und retteten sich immer wieder aus der Klemme. Und das vor 3.000 deutschen Fans. Ich bin einfach stolz auf dieses Team. Ich denke, jeder von ihnen wird jetzt versuchen, noch härter zu arbeiten. Es ist ein Moment, den Sie öfter erleben möchten. Ein historischer Tag für uns!“

Claudiu Pusa, Bundestrainer der Frauen:

„Dieser Tag hier in Potsdam wird der Mannschaft und allen in der Halle lange in Erinnerung bleiben. Die Mannschaft ist selbstbewusst auf die Matte gegangen und hat verdient gewonnen.“

Kevin Abeltshauser, im letzten Moment noch für die Mixed-Mannschaft nominiert.

Am Ende war er einer der EM-Helden der deutschen Mannschaft.

„Diese Situation werde ich nie vergessen. Zuerst lachten und jubelten die Aserbaidschaner, weil sie dachten, sie würden dieses Duell gewinnen. Ich habe versucht, mich einfach zu konzentrieren und es besser zu machen als im vorherigen Kampf. Ich war dankbar für diese zweite Chance.“
Eine Leistung von sechs Sekunden reichte. Mit seinem Sieg im Halbfinale brachte er das Team ins Finale. Zwei Stunden später gewannen sie EM-Gold und die MSB-Arena war aus dem Häuschen. „Das war der beste Moment meiner Karriere, einfach großartig“, strahlte er und stellt sich ein klares Ziel: „Mein Jahr ist wirklich überhaupt nicht gut gelaufen. Nächstes Jahr möchte ich nicht nur im Mixed-Team, sondern auch im Einzelwettbewerb dabei sein. Das ist mein Ziel.“

 

Kevin Abeltshauser und Fabian Kansy halten stolz den Pokal – Foto: Thomas Wetzel

Samira Bock, Europameisterin im Einzel und im Mixed-Team:

„Es ist einfach so cool. Solche Höhen und Tiefen habe ich als Einzelsportler noch nie erlebt. Mein Puls raste ständig, egal ob ich auf der Matte war oder sie anfeuerte. Jeder einzelne von uns hat alles gegeben, wirklich alles. Und ich bin einfach stolz auf Kevin. Die Art und Weise, wie er mit dieser Entscheidung im Halbfinale umgegangen ist, mit diesem Druck. Es war brillant. Mit insgesamt drei U23-Goldmedaillen fliege ich nun zu meinem ersten Grand Slam nach Tokio. Ich freue mich schon sehr darauf. Aber dieses Gefühl aus Potsdam wird kaum zu überbieten sein…“

Raffaela Igl, Vize-Europameisterin, sie holte den entscheidenden letzten Punkt im Finale:
„Toll! Ich hätte mir kein besseres Ergebnis als dieses erträumen können! Ich denke, das Publikum hat sehr geholfen, aber ich war so darauf konzentriert, einfach alles zu tun, was ich konnte, um zu gewinnen. Ich wusste, wenn ich diese Juju-Gatame hinkriege, könnte ich diesen Kampf gewinnen. Ich bin immer noch so überwältigt von all diesen Emotionen und den Menschen, die feiern, es ist unglaublich.“

 

Raffaela Igl gewinnt den entscheidenden Kampf im Finale – Foto: Thomas Wetzel

Für die Athleten gab es ein kurzes Zusammenkommen nach der Siegerehrung, bevor sie zum gemeinsamen Abendessen gingen.

Hartmut Paulat, Vorstand Leistungssport im DJB

„Es ist ein super Erfolg für das deutsche Judo. Erst Silber bei den Senioren und hier Gold. Es ist ein besonderer Augenblick, wie das Team in dieser Geschlossenheit hier aufgetreten ist. Wir sind stolz auf Euch!“

Mario Schendel, U23-Nationaltrainer der Frauen:

„Es ist meine Stadt – und dann kommt ihr her und fackelt einen ab. Dieser Erfolg wird für immer da sein. Vielen Dank!“

Sebastian Seidl, U23-Nationaltrainer der U23-Männer:

Wir haben es uns extrem gewünscht, Ihr habt es umgesetzt. Vielen Dank auch an alle, die nicht gekämpft haben. Auch ihr habt Euren Beitrag geleistet.

Daniel Udsilauri, Kämpfer im U23-Team:

„Wir haben für das ganze Publikum gekämpft. Jeder hat alles gegeben, ich bin aufs ganze Team so stolz! Danke an alle. Ihr Trainer habt uns zu super Leistungen gebracht. Danke von uns allen.“

 

Foto: Gabi Juan

Die Europameisterschaft hinterließ Begeisterung bei den Verantwortlichen, die sich vor allem auch für die Arbeit hinter den Kulissen bedankten:

László Tóth, Präsident der Europäischen Judo-Union:

„Mit dieser erfolgreichen Europameisterschaft haben wir Türen geöffnet für Deutschland. Es ist eine sehr schöne Meisterschaft mit einer sehr guten Atmosphäre. Und ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren zurückkommen nach Deutschland, nach Potsdam.“

Er dankt ausdrücklich der Stadt Potsdam und dem Land Brandenburg für die Unterstützung. „Sonst wäre keine erfolgreiche Europameisterschaft möglich.“

„Man merkt, dass hier viel sportliche Kompetenz zu Hause ist. Die Stadt mit 185.000 Einwohnern hat mehr als 130 Olympiamedaillengewinner, darunter 73 Olympiasieger. Das spricht für sich“, betont László Tóth. „Außerdem ist der Bürgermeister selbst Kampfsportler, sein Sohn betreibt Judo und besucht das Sportgymnasium. Daher würde ich sagen, dass es nicht noch einmal 20 Jahre dauern sollte, bis die nächste Judo-Europameisterschaft in Deutschland ausgetragen wird. Potsdam war ein sehr fleißiger und engagierter Gastgeber und auch die Infrastruktur braucht den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Danke an alle, die dieses erfolgreiche Event in so einer Top-Qualität organisiert haben. Es war wirklich auf einem Top-Level und sehr, sehr schön hier.

Mein Versprechen ist: Wir kommen bald wieder – um die Judo-Party fortzusetzen! Es war magisch…“

Mike Schubert, Oberbürgermeister von Potsdam:

„Ich möchte vor allem dem UJKC ein großes Kompliment für das Engagement in der Vorbereitung und Durchführung machen. So eine Veranstaltung geht ohne die vielen Ehrenamtler nicht. Die Halle hier ist super, es ist voll und es kommt richtig Atmosphäre auf.“

Otto Kneitinger, Vize-Präsident der EJU:

Es ist hier alles top gelaufen. Anfangs hat zwar einiges etwas gehakt in der Kommunikation, aber mit unglaublichem Engagement der Verantwortlichen und Helfer wurde eine tolle EM organisiert.“

 

Otto Kneitinger und Frank Doetsch – Foto: Carlos Fereira

Frank Doetsch, Vorstandsvorsitzender des DJB:

Ich möchte mich bedanken bei allen ehrenamtlichen Helfern, die vor und hinter den Kulissen Tag und Nacht gearbeitet haben.“

Teodor Adrian Pop, Projektmanager in der IJF und DJB-Referent für Internationales:

Es ist hier alles sehr persönlich. Das ist wichtig für die Athleten, dass sie die Unterstützung spüren können. Es ist eine sehr schöne Veranstaltung, die sehr gut organisiert ist.“

Thomas Jüttner, DJB-Vizepräsident und Präsident Berliner Judo-Verband:

„Zu Gast bei Freunden, gemeinsam mit Freunden – es ist hier in Potsdam eine herausragende Veranstaltung. Ich bin stolz, gemeinsam mit Euch Brandenburgern diese EM zu machen.“

Er ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Seitdem László hier ist, gibt es für Deutschland auch Medaillen.“ (Anmerkung: EJU-Präsident László Tóth war am Samstag und Sonntag in der Halle)

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